Nur faire Osterhasen für das Osternest

Große Schokoladenhersteller profitieren von Millionen Kindersklaven

Zu Ostern legen wir gerne leckere Schokoladen-Osterhasen und –Eier in die Osternester. Während die Kinder bei uns sich über die köstliche Schokolade freuen, müssen in Afrika rund zwei Millionen Kinder auf Kakaoplantagen in Ghana und der Elfenbeinküste schwere und gefährliche Arbeit verrichten, um den Kakao für unsere Schokolade zu erzeugen. Selbst haben diese Kinder noch nie Schokolade gegessen. Große Unternehmen der Schokoladenindustrie haben schon 2001 eine freiwillige Selbstverpflichtung – das „Harkin-Engel-Protokoll“ – unterzeichnet, in dem sie sich verpflichteten bis 2005 die schlimmsten Formen der Kinderarbeit zu beenden. Das Ziel wurde im Laufe der Zeit immer weiter herunter gesetzt. Damit hat trotz der bisherigen Bemühungen von Regierungen und Unternehmen zur Bekämpfung der Kinderarbeit diese in den letzten zehn Jahren nicht abgenommen. Insbesondere der Anteil der Kinder, die gefährlichen Chemikalien ausgesetzt sind, ist in den vergangenen Jahren sogar stark gestiegen. Armut ist eine der Hauptursachen für Kinderarbeit. Damit Kinder nicht arbeiten müssen, benötigen die Kakaobauern und -bäuerinnen existenzsichernde Löhne, die die Produktions- und Lebenshaltungskosten decken. Das bedeutet, dass der Preis für Kakao um fast 50 % angehoben werden müsste! Dies erklärt auch den höheren Preis von fair gehandelter Schokolade. Denn unter Fairhandelsbedingungen bekommen die Menschen mehr Geld für ihre Arbeit.

Die Menschenrechtsorganisation International Rights Advocates (IRAdvocates) hat nun eine Sammelklage gegen mehrere große Schokoladenhersteller eingereicht mit dem Vorwurf, sie seien an Menschenhandel und Zwangsarbeit beteiligt. Leider ist es im globalen Wirtschaftssystem so, dass viele Unternehmen durch die Missachtung von Menschenrechten Wettbewerbsvorteile genießen. Ob die Klage Erfolg hat und wann die Menschen für den Kakao einen angemessenen Lohn bekommen, ist noch nicht absehbar.

Wer jetzt schon etwas für die Existenzsicherung der Menschen in den Kakao-Anbau-Ländern und gegen die Ausbeutung und Versklavung von Kindern tun möchte, greift am besten zu fair gehandelten Schokoladen-Produkten. Zu erkennen sind die Schokoladen an den Siegeln „Fairtrade“, „Gepa fair+“, „Weltpartner“, „El Puente“ oder „Rapunzel – Hand in Hand“. Der örtliche Handel bietet schon viele fair gehandelte Produkte an. Wir haben es in der Hand, für einen gerechten Welthandel zu sorgen: Ohne Ausbeutung und Sklavenarbeit. Machen Sie mit!

Faires zu Weihnachten

Zum ersten Mal war die Sinziger Fairtrade-Steuerungsgruppe am Weihnachtsmarkt in Sinzig beteiligt – und schon stellte sich diese Initiative als ein großer Erfolg heraus. Im Angebot hatte sie fair gehandeltes Kunsthandwerk aus den Ländern des globalen Südens, ein reichhaltiges Schokoladensortiment und  „echte“ Schokoladen-Nikoläuse, die dann noch etwas verspätet in die Häuser ihrer Käufer kamen. 

„Eine sehr gelungene Aktion mit großer Beteiligung“, war das Fazit von Ingo Binnewerg über die Gemeinschaftsaktion der Sinziger Fairtrade-Aktiven. „Es konnten Waren für über 600 Euro umgesetzt werden, die nun den Kooperativen der Kleinbauern in den verschiedenen Ländern zu Gute kommen.“ Je mehr fair gehandelte Waren gekauft werden, desto besser können die Menschen in den Produktionsländern eine menschenwürdige Existenz aufbauen und ihre Kinder zur Schule schicken. Gerade die an Weihnachten gerne verschenkte Schokolade sollte möglichst aus fairem Handel und damit ohne die Arbeit von Kindern sein, denn immer noch müssen mehr als eine Million Jungen und Mädchen auf Kakaoplantagen schuften.

Auch viele Sinziger Geschäfte unterstützen den Fairen Handel durch das Angebot von fairen Blumen, fairen Lebensmitteln wie beispielsweise Kaffee, Tee, Schokolade, Kakao, Nüssen bis hin zu fair gehandeltem Gold- und Platin-Schmuck.  Die Bürgerinnen und Bürger können sich unter www.fairtrade-sinzig.de  im „Einkaufsführer“ informieren und in den Geschäften nach fairen Waren erkundigen, denn aufgrund der Nachfrage könnte sich das Angebot erweitern, empfiehlt die Fairtrade-Steuerungsgruppe der Fairtrade-Stadt Sinzig.

So kann die Fairtrade-Steuerungs-Gruppe zuversichtlich in die Zukunft schauen: Um den Titel „Fairtrade-Stadt“ zu behalten, sind weitere Aktivitäten und Informationsveranstaltungen durchzuführen. Mit Hilfe vieler interessierter und engagierter Bürgerinnen und Bürger dürfte das kein Problem sein.“

Faire Bananen zum Int. Tag gegen Kinderarbeit

Fairtrade-Gruppe Sinzig beteiligte sich mit besonderer Aktion am Wochenmarkt

Am Mittwoch vor Fronleichnam beteiligte sich die Fairtrade-Gruppe Sinzig in Kooperation mit dem Weltladen Remagen-Sinzig wieder einmal mit einem Stand auf dem Wochenmarkt. Dieses Mal hatte sich die Gruppe eine besondere Aktion einfallen lassen: Mit einem kleinen Quiz wurden die Marktbesucher zu dem Thema Kinderarbeit befragt. Dabei galt es, drei Fragen zu beantworten. Die erste Frage war dann auch die kniffligste, denn hier sollte die Anzahl der weltweit arbeitenden Kinder zwischen 5 und 17 Jahren geschätzt werden. Etliche Teilnehmende waren sehr überrascht über die erschreckend große Anzahl an Kinderarbeitern. Nach Angaben der Internationalen Arbeits-Organisation ILO sind es nämlich über 150 Millionen Kinder! Davon arbeiten ca. 80 Millionen in gefährlicher und ausbeuterischer Arbeit. Die weiteren Fragen beantworteten die Quiz-Teilnehmenden meist sehr schnell. Dass in vielen Produkten des täglichen Gebrauchs wie zum Beispiel in Schokolade oder Kleidung Kinderarbeit steckt, scheint bekannt zu sein. Bei Grabsteinen zögerten einige Teilnehmende allerdings. Doch leider gibt es viele Produkte aus Steinen, die zum Beispiel in den Steinbrüchen in Indien von Kindern unter gefährlichen und gesundheitsgefährdenden Bedingungen hergestellt werden. Die dritte Frage beschäftigte sich mit den eigenen Handlungsmöglichkeiten. Hier zeigte sich, dass wir alle etwas gegen Kinderarbeit tun können. Es gibt mittlerweile viele Produkte, die unter sozialen und meist auch ökologischen Bedingungen hergestellt werden und bei denen Kinderarbeit verboten ist. Diese finden sich im Handel mit Siegeln wie zum Beispiel „Fairtrade“, „Gepa“, „Rapunzel“ oder „Weltpartner“. Alle Teilnehmenden erhielten von Renate Adams, die den Stand betreute, für die Beteiligung am Quiz eine faire Banane und faire Schokoladen-Täfelchen geschenkt.

Wer sich über faire Produkte informieren möchte, kann sich gerne an die Fairtrade-Gruppe in Sinzig wenden. Die Treffen der Gruppe werden bald wieder stattfinden und in der Zeitung bekannt gegeben.

Renate Adams von der Fairtrade-Gruppe Sinzig (links) verteilte 10 Kilo Bananen auf dem Sinziger Wochenmarkt