Sinzig: eigener fairer „Stadtkaffee“

Die Sinziger Bürgerinnen und Bürger können jetzt einen eigenen „Sinziger Stadtkaffee“  genießen. Die Fairtrade-Steuerungsgruppe der Stadt Sinzig hat einen fairen Bio-Kaffee aus den besten Anbaugebieten Mittel- und Südamerikas für den Sinziger Stadtkaffee ausgesucht. Der Kaffee stammt aus Honduras, Mexiko, Kolumbien, Nicaragua und Peru, wo Kleinbauern-Genossenschaften unter fairen und ökologischen Bedingungen wirtschaften. Das wird nach internationalen Fair-Handelskriterien unabhängig kontrolliert und der Kaffee wird über die Fair-Handelsgesellschaft GEPA vertrieben. Zu erkennen ist der Sinziger Stadtkaffee an einer speziell für Sinzig entworfenen Verpackung mit einem Bild von Evangelina Matute Vasquez, einer Kaffeebäuerin aus Honduras, die Mitglied in der Genossenschaft RAOS ist. Die Bauern von RAOS begannen mit Unterstützung des Fairen Handels den Anbau und Export von Bio-Kaffee. Sie stellen nun Bio-Dünger selbst her, verbessern damit die Böden und bekämpfen mit biologischen Mitteln erfolgreich Kaffee-Krankheiten und Schädlinge. Zudem bekommen die Kaffebäuerinnen und -bauern einen besseren Lohn für ihre Arbeit und Unterstützung für soziale Projekte. Wie Evangelina Matute Vasquez in Honduras ihren Kaffee anbaut, erläutert sie in einem sehenswerten Film auf youtube (www.youtube.com/watch?v=upaF0tC-o8E).

Die Stadtverwaltung unterstützt den Kaffee als Fairtrade-Stadt und nutzt den Sinziger Stadtkaffee innerhalb der Verwaltung sowie für Präsente. Der Sinziger Stadtkaffe ist erhältlich im Weltladen Remagen-Sinzig in Remagen sowie auf dem Wochenmarkt in Remagen, an den Marktständen der Fairtrade-Gruppe Sinzig auf dem Sinziger Wochenmarkt und im Bioladen „Gänseblümchen“ in Sinzig. Die Fairtrade-Steuerungsgruppe bietet im Rahmen der jährlich stattfindenden Fairen Woche am 16. September wieder viele faire Waren auf dem Wochenmarkt in Sinzig an. Hier wird auch die neue Klimaschutzmanagerin und Fairtrade-Beauftragte der Stadt – Clarissa Figura – am Stand vertreten sein. Es wird zudem eine faire Bio-Schokolade unter der Aktion „Solidahrität“ angeboten, wobei der Erlös zu 100% an die Flutopfer im Ahrtal gespendet wird.

Bürgermeister Andreas Geron, Klimaschutzmanagerin Clarissa Figura, sowie Ingo Binnewerg und Renate Adams von der Fairtrade-Steuerungsgruppe stellen den „Sinziger Stadtkaffee“ vor.

Faire Rosen zum Weltfrauentag

Bürgermeister Andreas Geron verteilte mit den Aktiven der Fairtrade-Gruppe Sinzig faire Rosen auf dem Wochenmarkt in Sinzig anlässlich des Weltfrauentages. Die Fairtrade-Gruppe kooperiert mit dem Weltladen Remagen-Sinzig und nimmt mit fairen Waren des Weltladens im Laufe des Jahres immer wieder mit einem Stand auf dem Wochenmarkt in Sinzig und Bad Bodendorf teil. Der Verkauf der Waren erfolgt ehrenamtlich und der Erlös kommt den Erzeugern der Waren und den Projekten im fairen Handel zuteil. Die fairen Rosen stammen aus dem örtlichen Blumenfachhandel. Durch den Kauf von fairen Blumen werden viele Frauen in den Erzeugerländern mit einem fairen Lohn und weiteren Projekten unterstützt. Die Fairtrade-Stadt Sinzig unterstützt die Forderungen nach einem gerechten Welthandel und einer fairen Entlohnung der Produzenten und Produzentinnen.

Nur faire Osterhasen für das Osternest

Große Schokoladenhersteller profitieren von Millionen Kindersklaven

Zu Ostern legen wir gerne leckere Schokoladen-Osterhasen und –Eier in die Osternester. Während die Kinder bei uns sich über die köstliche Schokolade freuen, müssen in Afrika rund zwei Millionen Kinder auf Kakaoplantagen in Ghana und der Elfenbeinküste schwere und gefährliche Arbeit verrichten, um den Kakao für unsere Schokolade zu erzeugen. Selbst haben diese Kinder noch nie Schokolade gegessen. Große Unternehmen der Schokoladenindustrie haben schon 2001 eine freiwillige Selbstverpflichtung – das „Harkin-Engel-Protokoll“ – unterzeichnet, in dem sie sich verpflichteten bis 2005 die schlimmsten Formen der Kinderarbeit zu beenden. Das Ziel wurde im Laufe der Zeit immer weiter herunter gesetzt. Damit hat trotz der bisherigen Bemühungen von Regierungen und Unternehmen zur Bekämpfung der Kinderarbeit diese in den letzten zehn Jahren nicht abgenommen. Insbesondere der Anteil der Kinder, die gefährlichen Chemikalien ausgesetzt sind, ist in den vergangenen Jahren sogar stark gestiegen. Armut ist eine der Hauptursachen für Kinderarbeit. Damit Kinder nicht arbeiten müssen, benötigen die Kakaobauern und -bäuerinnen existenzsichernde Löhne, die die Produktions- und Lebenshaltungskosten decken. Das bedeutet, dass der Preis für Kakao um fast 50 % angehoben werden müsste! Dies erklärt auch den höheren Preis von fair gehandelter Schokolade. Denn unter Fairhandelsbedingungen bekommen die Menschen mehr Geld für ihre Arbeit.

Die Menschenrechtsorganisation International Rights Advocates (IRAdvocates) hat nun eine Sammelklage gegen mehrere große Schokoladenhersteller eingereicht mit dem Vorwurf, sie seien an Menschenhandel und Zwangsarbeit beteiligt. Leider ist es im globalen Wirtschaftssystem so, dass viele Unternehmen durch die Missachtung von Menschenrechten Wettbewerbsvorteile genießen. Ob die Klage Erfolg hat und wann die Menschen für den Kakao einen angemessenen Lohn bekommen, ist noch nicht absehbar.

Wer jetzt schon etwas für die Existenzsicherung der Menschen in den Kakao-Anbau-Ländern und gegen die Ausbeutung und Versklavung von Kindern tun möchte, greift am besten zu fair gehandelten Schokoladen-Produkten. Zu erkennen sind die Schokoladen an den Siegeln „Fairtrade“, „Gepa fair+“, „Weltpartner“, „El Puente“ oder „Rapunzel – Hand in Hand“. Der örtliche Handel bietet schon viele fair gehandelte Produkte an. Wir haben es in der Hand, für einen gerechten Welthandel zu sorgen: Ohne Ausbeutung und Sklavenarbeit. Machen Sie mit!

Faires zu Weihnachten

Zum ersten Mal war die Sinziger Fairtrade-Steuerungsgruppe am Weihnachtsmarkt in Sinzig beteiligt – und schon stellte sich diese Initiative als ein großer Erfolg heraus. Im Angebot hatte sie fair gehandeltes Kunsthandwerk aus den Ländern des globalen Südens, ein reichhaltiges Schokoladensortiment und  „echte“ Schokoladen-Nikoläuse, die dann noch etwas verspätet in die Häuser ihrer Käufer kamen. 

„Eine sehr gelungene Aktion mit großer Beteiligung“, war das Fazit von Ingo Binnewerg über die Gemeinschaftsaktion der Sinziger Fairtrade-Aktiven. „Es konnten Waren für über 600 Euro umgesetzt werden, die nun den Kooperativen der Kleinbauern in den verschiedenen Ländern zu Gute kommen.“ Je mehr fair gehandelte Waren gekauft werden, desto besser können die Menschen in den Produktionsländern eine menschenwürdige Existenz aufbauen und ihre Kinder zur Schule schicken. Gerade die an Weihnachten gerne verschenkte Schokolade sollte möglichst aus fairem Handel und damit ohne die Arbeit von Kindern sein, denn immer noch müssen mehr als eine Million Jungen und Mädchen auf Kakaoplantagen schuften.

Auch viele Sinziger Geschäfte unterstützen den Fairen Handel durch das Angebot von fairen Blumen, fairen Lebensmitteln wie beispielsweise Kaffee, Tee, Schokolade, Kakao, Nüssen bis hin zu fair gehandeltem Gold- und Platin-Schmuck.  Die Bürgerinnen und Bürger können sich unter www.fairtrade-sinzig.de  im „Einkaufsführer“ informieren und in den Geschäften nach fairen Waren erkundigen, denn aufgrund der Nachfrage könnte sich das Angebot erweitern, empfiehlt die Fairtrade-Steuerungsgruppe der Fairtrade-Stadt Sinzig.

So kann die Fairtrade-Steuerungs-Gruppe zuversichtlich in die Zukunft schauen: Um den Titel „Fairtrade-Stadt“ zu behalten, sind weitere Aktivitäten und Informationsveranstaltungen durchzuführen. Mit Hilfe vieler interessierter und engagierter Bürgerinnen und Bürger dürfte das kein Problem sein.“

Faire Bananen zum Int. Tag gegen Kinderarbeit

Fairtrade-Gruppe Sinzig beteiligte sich mit besonderer Aktion am Wochenmarkt

Am Mittwoch vor Fronleichnam beteiligte sich die Fairtrade-Gruppe Sinzig in Kooperation mit dem Weltladen Remagen-Sinzig wieder einmal mit einem Stand auf dem Wochenmarkt. Dieses Mal hatte sich die Gruppe eine besondere Aktion einfallen lassen: Mit einem kleinen Quiz wurden die Marktbesucher zu dem Thema Kinderarbeit befragt. Dabei galt es, drei Fragen zu beantworten. Die erste Frage war dann auch die kniffligste, denn hier sollte die Anzahl der weltweit arbeitenden Kinder zwischen 5 und 17 Jahren geschätzt werden. Etliche Teilnehmende waren sehr überrascht über die erschreckend große Anzahl an Kinderarbeitern. Nach Angaben der Internationalen Arbeits-Organisation ILO sind es nämlich über 150 Millionen Kinder! Davon arbeiten ca. 80 Millionen in gefährlicher und ausbeuterischer Arbeit. Die weiteren Fragen beantworteten die Quiz-Teilnehmenden meist sehr schnell. Dass in vielen Produkten des täglichen Gebrauchs wie zum Beispiel in Schokolade oder Kleidung Kinderarbeit steckt, scheint bekannt zu sein. Bei Grabsteinen zögerten einige Teilnehmende allerdings. Doch leider gibt es viele Produkte aus Steinen, die zum Beispiel in den Steinbrüchen in Indien von Kindern unter gefährlichen und gesundheitsgefährdenden Bedingungen hergestellt werden. Die dritte Frage beschäftigte sich mit den eigenen Handlungsmöglichkeiten. Hier zeigte sich, dass wir alle etwas gegen Kinderarbeit tun können. Es gibt mittlerweile viele Produkte, die unter sozialen und meist auch ökologischen Bedingungen hergestellt werden und bei denen Kinderarbeit verboten ist. Diese finden sich im Handel mit Siegeln wie zum Beispiel „Fairtrade“, „Gepa“, „Rapunzel“ oder „Weltpartner“. Alle Teilnehmenden erhielten von Renate Adams, die den Stand betreute, für die Beteiligung am Quiz eine faire Banane und faire Schokoladen-Täfelchen geschenkt.

Wer sich über faire Produkte informieren möchte, kann sich gerne an die Fairtrade-Gruppe in Sinzig wenden. Die Treffen der Gruppe werden bald wieder stattfinden und in der Zeitung bekannt gegeben.

Renate Adams von der Fairtrade-Gruppe Sinzig (links) verteilte 10 Kilo Bananen auf dem Sinziger Wochenmarkt